Kind & Kegel, Mutter sein
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„Meine Kinder sind ein Hobby für mich.“

Die Mutter und ihr Hobby im Schlosspark Oranienburg

Aha, erwischt! Ich bin also auch eine von diesen Müttern, die ihre Kinder nur bekommen hat, weil sie sonst mit ihrer Freizeit nichts anzufangen weiß, die ihre Kinder zum Projekt erklärt, sie zum Hobby macht. Habe ich wirklich gesagt: „Meine Kinder sind ein Hobby für mich.“? Und wenn ja, in welcher schwachen Minute was das denn? Und jetzt fällt mir auch der Kommentar unter einem meiner älteren Blogartikel wieder ein: “Ihr Latte-Macchiato-Muttis verkörpert die Arroganz eurer Generation…“.

Dazu muss man zu einem, nein, eigentlich zwei schönen Wochenenden dieses Spätsommers zurück gehen, an denen meine Familie und ich jeweils für einen gewissen Zeitraum zu Studienzwecken beobachtet und befragt wurden. Drei Frauen, davon zwei extra aus Norwegen angereist, die ganz nach dem Motto „Tun Sie einfach so, als wären wir gar nicht da!“ eifrig Notizen und Fotos machten und auch brav hinterher tippelten, als wir uns mit einer Freundin von Kind 1.0 samt deren Mutter auf dem Spielplatz verabredeten. Auf dem Spielplatz hatten sie dann reichlich Gelegenheit zur Beobachtung von Großstädtern und ihrem Nachwuchs auf urbanen, eingezäunten Aktivitätsflächen.

Am vergangenen Wochenende flimmerten dann die Ergebnisse unter dem schönen Titel „How does apps and touch Screen devices effect consumer expectations to online content and importantly the advertising within it?“ auf der DMEXCO in Köln. Wie gesagt wurden natürlich nicht nur stille Notizen mit Stift und Digitalkamera gemacht, sondern es gab auch ein Interview. Schließlich kam das Thema Hobbys dran. Nun gut, dass ich blogge, brauchte ich nicht zu erzählen. Das wussten unsere aufmerksamen Gäste längst. Auch die Kochbücher in der Küche wurden registriert, wobei ich frei von der Leber weg zugebe und anerkenne, dass für die wirklich leckeren, feinen kulinarischen Genüsse mein Mann zuständig ist.

Und da saß ich auf dem Sofa, zuckte mit den Schultern und sagte, dass ich eigentlich keine wirklichen Hobbys im klassischen Sinne hätte. Vieles, was ich in meiner Freizeit tue, mache ich mit den Kindern. Und nicht alles, was ich tue, wenn die Kinder nicht dabei sind, ist auch gleich ein Hobby. Vielleicht lag es an meinem Englisch, vielleicht sprachen auch die nonverbalen Eindrücke für sich. Am Ende stand jedenfalls unter einem Bild in der Zusammenfassung über mich der Satz: „Meine Kinder sind ein Hobby für mich.“

Fragt man ist die Sache schnell klar. „Ein Hobby, auch Freizeitbeschäftigung oder Steckenpferd genannt, ist eine Tätigkeit, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt und die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient.“

So gesehen… Ja, irgendwie sind meine Kinder doch mein Hobby. Und noch dazu so ein schönes!

Die Mutter und ihr Hobby im Schlosspark Oranienburg

Die Mutter und ihr Hobby im Schlosspark Oranienburg