Kind & Kegel
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Die Pinkifizierung und mein Versuch, ihr zu entkommen

Pinkifizierung: Rosarote Konsumwelt für Mädchen, "Pink muss zum leuchtenden Symbol selbstbewusster Weiblichkeit werden." (Quelle: http://www.clack.ch/ressort/artikel/Leben/4754/pink_riot)

Ich erinnere mich noch genau: Als ich mit Kind 2.0 schwanger war und nach einem Termin bei meiner Frauenärztin verkündete, es sei ein Mädchen, kam ziemlich schnell danach das Rosa-Kauf-Verbot. Erlassen hatte es mein Mann. Und es bedeutete, dass ich bitte nichts kaufen dürfte, das sich in der Farbpalette von Schweinchenrosa bis Barbiepink bewegt. Er begründete es damit, dass es so wunderschöne Sachen für Mädchen in anderen Farben gäbe. Vielleicht ein bisschen nach Armani-Art in dezentem Farbton Greige?  Und er prophezeite, über Geschenke von Verwandten und Bekannten würden Pink und Co. ohnehin Einzug ins Kinderzimmer halten. Mit beidem sollte er Recht behalten.

Heute, da ich einige Sachen von Kind 2.0 in Größe 80 aussortiert und die ersten Stücke in Größe 86 in den Kleiderschrank gewandert sind, habe ich mal den Pinkifizierungsgrad des Kleiderschrankes bestimmt. Die Bilanz: Wir sind noch weit entfernt von dem Beispiel auf dem nachfolgenden Bild.

Pinkifizierung: Rosarote Konsumwelt für Mädchen, "Pink muss zum leuchtenden Symbol selbstbewusster Weiblichkeit werden." (Quelle: http://www.clack.ch/ressort/artikel/Leben/4754/pink_riot)

Heute Abend fiel mir die Webseite  wieder ein. Pinkstinks richtet sich gegen Produkte, Werbeinhalte und Marketingstrategien, die Mädchen eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen. „Mädchen sein kann man auf viele Weisen“ lautet der Slogan. Pinkstinks wirbt für ein kritisches Medienbewusstsein, Selbstachtung, ein positives Körperbild und alternative weibliche Rollenbilder für Kinder. Eine der Initiatorinnen von Pinkstinks, die Forscherin Stevie Schmiedel, selbst Mutter von zwei Töchtern, wettert gegen die Pinkifizierung der Kinderzimmer und warnt vor der „Diktatur von Prinzessin Lillifee“.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass das erste Prinzessin-Lillifee-Produkt bereits Einzug in unser Heim in Form von Zahnpasta gehalten hat. Allerdings wird sie von beiden Kindern benutzt und Kind 1.0 stellte enttäuscht fest, dass die auch nur nach Pfefferminz schmeckt wie die Zahnpasta, die wir vorher hatten.

Gibt man übrigens Pinkifizierung bei der Bildersuche einer großen Suchmaschine ein, erscheint als erstes Bild . Zum Thema Überraschungsei nur für Mädchen („Ei love Rosa!“) werde ich jetzt nicht auch noch etwas schreiben. Das haben andere, wie zum Beispiel Antje Schrupp, Journalistin und Politikwissenschaftlerin, längst ausführlich getan. In ihrem Artikel schreibt sie darüber, dass es beim Überraschungsei nicht nur um Mädchen geht, .In vielen Zeitungs- und Blogartikeln und den dortigen Kommentaren ist zu lesen, dass Feministinnen und besorgte Eltern die Farbe Rosa am liebsten ausradieren würden. Doch es gibt auch andere Ansätze. „Pink muss zum leuchtenden Symbol selbstbewusster Weiblichkeit werden.“ heißt es des Schweizer Online Magazins Clack.

Ich bin gespannt, wie weit der Ausschlag auf dem Pinkometer in einem Jahr gehen wird. Von selbstbewusster Weiblichkeit hat Kind 2.0 zumindest schon mal sehr viel. Modisch drückte sich das heute so aus, dass sie über ihre dunkelblaue Leggins eine weitere knallbunt gestreifte Leggings in Dreiviertellänge zog und darauf bestand, so auf den Spielplatz gehen zu wollen.

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